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Gemeinde Rohrbach a.d.Ilm  |  E-Mail: gemeinde@rohrbach-ilm.de  |  Online: http://www.rohrbach-ilm.de

KM-Schreiben vom 18.05.2020 zur Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs

Corona-Pandemie – schrittweise Wiederaufnahme des

Unterrichtsbetriebs an den Schulen in Bayern

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor mehr als zwei Monaten wurde der Unterrichtsbetrieb an den

bayerischen Schulen eingestellt, um die Ausbreitung des Corona-Virus

einzudämmen.

Seither befinden sich nicht nur unsere Schulen, sondern auch die Familien

in unserem Land gewissermaßen in einer Ausnahmesituation. Ich weiß,

welche Herausforderungen für Sie als Eltern bzw. Erziehungsberechtigte

mit dieser Situation verbunden sind und waren. Für Eltern von Kindern mit

Behinderungen oder in besonderen Lebenslagen gilt dies noch einmal in

verstärktem Maß.

Unter diesen Umständen weiterhin einen familiären „Alltag“ zu organisieren,

der den verschiedenen Anforderungen von Schule, Betreuung und Arbeit

gerecht wird, geht bei vielen an die Belastungsgrenze – erst recht, wenn

noch konkrete Sorgen um nahestehende Menschen oder die eigene

Zukunft hinzukommen. Für alles, was Sie in den zurückliegenden Wochen

geleistet haben, möchte ich Ihnen daher an dieser Stelle – auch im Namen

Der Bayerische Staatsminister

für Unterricht und Kultus

Prof. Dr. Michael Piazolo, MdL

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von Frau Staatssekretärin Anna Stolz – noch einmal meinen herzlichen

Dank aussprechen.

Zuletzt habe ich mich am 21. April direkt an Sie gewandt. Damals hatten wir

gerade ins Auge gefasst, die Abschlussklassen an den weiterführenden

und beruflichen Schulen in den Präsenzunterricht zurückzuholen, um diese

Schülerinnen und Schüler weiterhin gut auf ihre bevorstehenden

Abschlussprüfungen vorbereiten zu können. Eine Öffnung der Schulen für

weitere Jahrgangsstufen ließ der Infektionsschutz zu diesem Zeitpunkt

nicht zu. Daher haben wir seither für die übrigen Jahrgangsstufen das

„Lernen zuhause“ unter den Rahmenbedingungen, die ich Ihnen in dem

genannten Schreiben geschildert habe, fortgesetzt.

Wie Sie wissen, setzen wir den behutsamen Kurs, die Schulen schrittweise

und unter besonderen Hygienevorgaben für weitere Jahrgangsstufen zu

öffnen, in diesen Tagen fort. Dabei stellt der Infektionsschutz die oberste

Richtschnur dar.

Seit 11. Mai sind auch die Klassen, die im kommenden Jahr ihren

Abschluss machen, und die Jahrgangsstufe 4 der Grundschulen und der

entsprechenden Förderschulen an den Schulen zurück. Unterrichtet wird in

aller Regel in geteilten Gruppen, um in den Klassenräumen den

erforderlichen Mindestabstand einhalten zu können. Schülerinnen und

Schüler, Lehrkräfte und sonstiges Personal sowie Besucherinnen und

Besucher sind zudem angehalten, außerhalb des Unterrichts einen Mundund

Nasenschutz zu tragen, da es hier extrem schwierig ist, den

Mindestabstand einzuhalten.

Ab Montag, den 18. Mai 2020, kehren dann die jeweils untersten

Jahrgangsstufen der allgemeinbildenden Schulen in den Präsenzunterricht

zurück. An den Grundschulen sind dies die Erstklässlerinnen und

Erstklässler, an den Mittelschulen die Jahrgangsstufe 5, an Realschulen

und Gymnasien die Jahrgangsstufen 5 und 6 und zusätzlich an den

Wirtschaftsschulen die jeweils unterste Jahrgangsstufe. Das gilt

grundsätzlich ebenso für die entsprechenden Förderschulen; genauere

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Informationen zu den einzelnen Förderschwerpunkten finden Sie auf

unserer Homepage.

Auch diese Klassen werden in aller Regel geteilt, wobei sich die beiden

Gruppen in den meisten Fällen wochenweise (im Einzelfall ggf. auch

tageweise) mit dem Schulbesuch abwechseln. Die Gruppe, die sich jeweils

nicht in der Schule befindet, setzt in dieser Zeit das „Lernen zuhause“ fort.

Zur organisatorischen Umsetzung des Präsenzunterrichts bzw. zur

Gruppeneinteilung werden Sie bereits direkt von Ihrer Schule Informationen

erhalten haben.

Die Schulen sind bestrebt, ein stabiles und verlässliches

Unterrichtsangebot umzusetzen. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten der

Schulen aktuell stark eingeschränkt: So sind beispielsweise durch die

Gruppenteilungen in den Abschlussklassen zusätzliche Räume belegt, die

dann an anderer Stelle fehlen. Lehrkräfte, die mit Blick auf Covid-19 einer

Risikogruppe angehören, stehen u. U. nicht für den Einsatz an der Schule

zur Verfügung. Andere Lehrkräfte werden für die Fortsetzung der

Notbetreuung benötigt. Ich bitte Sie daher um Verständnis, dass der

Unterricht in der Schule vielfach nur in reduziertem Umfang stattfinden

kann.

Nach den Pfingstferien wollen wir – sofern sich das Infektionsgeschehen

weiterhin günstig entwickelt – schließlich auch alle übrigen Jahrgangsstufen

in die Schulen zurückholen, freilich ebenfalls in dem oben beschriebenen

Wechsel zwischen Präsenzunterricht und „Lernen zuhause“. Welche

Klasse bzw. welche Gruppe wann in der Schule sein wird, erfahren Sie

dann direkt von Ihrer Schule. Bis dahin bitte ich Sie noch um etwas Geduld.

In den meisten Klassen bzw. Jahrgangsstufen wird es somit in den

kommenden Wochen in aller Regel zu einem Wechsel von

Präsenzunterricht in der Schule und „Lernen zuhause“ kommen (mit

Ausnahme der Abschlussklassen sowie – bis Pfingsten – der

Jahrgangsstufe 4 an den Grundschulen).

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Aus pädagogischer Sicht ist es dabei wichtig, das „Lernen zuhause“ und

den Präsenzunterricht eng zu verknüpfen. Beide Phasen bilden im Grunde

eine Einheit, die die verschiedenen Teilgruppen einer Klasse in der Regel

zeitversetzt durchlaufen.

Dabei werden die im Präsenzunterricht bearbeiteten Inhalte und

vermittelten Kompetenzen in der Phase des „Lernens zuhause“ geübt,

gefestigt und vertieft. In enger Verbindung mit dem Präsenzunterricht kann

zuhause auch Wissen erweitert werden – allerdings mit Augenmaß. Die

Themen, die die Lehrkräfte dafür auswählen, müssen sich hinsichtlich

Umfang, Schwierigkeitsgrad, Vorkenntnissen und vorhandenen

Kommunikationswegen dafür eignen. Wichtig ist auch, dass sie von

zentraler Bedeutung für die nächsthöheren Jahrgangsstufen sind. Die

genaue Umsetzung liegt in den Händen der Lehrkräfte.

Grundsätzlich können analoge wie digitale Kommunikations- und

Vermittlungswege genutzt werden. Die Lehrkräfte berücksichtigen bei der

Auswahl die Schulart, das Alter und den Lernstand der Schülerinnen und

Schüler genauso wie die häuslichen Voraussetzungen. Dies kann durchaus

zu unterschiedlichen pädagogischen und organisatorischen

Herangehensweisen führen.

Die Lehrkräfte werden während des „Lernens zuhause“ weiterhin Kontakt

zu ihren Schülerinnen und Schülern halten und sie (z. B. in Telefon- oder

Videosprechstunden oder Videokonferenzen via Internet) begleiten.

Voraussetzung für eine gelingende Kommunikation ist freilich, dass die

Schülerinnen und Schüler auf die angebotenen

Kommunikationsmöglichkeiten auch zuverlässig zurückgreifen.

Sie als Eltern bzw. Erziehungsberechtigte bitte ich, Ihre Kinder zu

unterstützen, indem Sie mit ihnen einen Tagesablauf festlegen, eine

passende Lernumgebung ermöglichen und – je nach Alter – ggf. die

Erledigung der erteilten Arbeitsaufträge prüfen. Ich möchte an dieser Stelle

noch einmal betonen: Auch in den kommenden Wochen können und sollen

Sie die Lehrkraft nicht ersetzen!

Die Schulen werden zudem große Anstrengungen unternehmen, für

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6, die während der

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Phasen des „Lernens zuhause“ nicht zuhause betreut werden können,

weiterhin eine Betreuung in der Schule zu ermöglichen. In den Pfingstferien

soll – wie schon in den Osterferien – ebenfalls ein Betreuungsangebot

aufrechterhalten werden. Nähere Informationen erhalten Sie noch direkt

von der Schule.

Trotz des enormen Einsatzes der Lehrkräfte und der Berücksichtigung der

Erfahrungen der letzten Wochen wird auch in Zukunft nicht immer alles

klappen – dies zu erwarten, wäre angesichts der Herausforderungen,

denen wir uns derzeit gegenübersehen, in meinen Augen vermessen.

Umso wichtiger ist daher, dass Sie den Lehrkräften eine kurze

Rückmeldung geben, wenn es wiederholt größere Probleme gibt. Genauso

wichtig – und auch das möchte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt

lassen – sind Feedback und Anerkennung, wenn etwas gut gelingt.

Viele Schüler, Eltern und Lehrkräfte haben in den letzten Tagen berichtet,

dass der „erste Schultag nach Corona“ für sie ein ganz besonderer war –

und dies nicht nur wegen der Hygienevorgaben und der ungewohnten

Atmosphäre im Schulhaus. Die langen Wochen der Schulschließungen

ohne das gewohnte soziale Umfeld haben bei vielen tiefe Eindrücke

hinterlassen.

Umso wichtiger ist es mir, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern nun

eine Phase des Ankommens ermöglichen.

Dazu gehört auch, dass bis zum Schuljahresende in aller Regel keine

verpflichtenden Leistungsnachweise mehr stattfinden. Die Noten für das

Jahreszeugnis werden grundsätzlich auf Basis der bisher erbrachten

Leistungsnachweise gebildet. Nur in wenigen Ausnahmefällen kann die

Durchführung von Leistungsnachweisen zur Bildung der

Jahresfortgangsnote noch erforderlich sein. Freiwillige Leistungsnachweise

sind zur Notenverbesserung grundsätzlich weiter möglich. Während des

„Lernens zuhause“ finden wie bisher keine Leistungsnachweise statt.

Weitere aktuelle Informationen zum Schulbetrieb bis zum Schuljahresende

finden Sie auf der Homepage des Kultusministeriums unter

www.km.bayern.de.

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Eltern,

wenn die Schülerinnen und Schüler in den nächsten Tagen und Wochen

Schritt für Schritt in die Schulhäuser zurückkehren, werden viele dies

wenigstens als einen kleinen Schritt hin zum gewohnten Alltag empfinden.

Dass die rückläufigen Infektionszahlen diesen Schritt ermöglichen, ist auch

Ihr Verdienst. Sie waren in den zurückliegenden Wochen der

Schulschließung in besonderer Weise für Ihre Kinder da und haben so zu

einer Eindämmung des Virus beigetragen. Auch dafür sage ich Ihnen

meinen aufrichtigen Dank, in den ich die vielen Elternvertreter vor Ort

einschließe, die als Klassenelternsprecher, Elternbeiräte oder Unterstützer

in vielfältiger Weise hilfreich tätig waren.

Von einer Rückkehr zur Normalität sind wir derzeit leider noch weit entfernt,

die weitere Entwicklung des Infektionsgeschehens ist nach wie vor nicht

absehbar. Daher bitte ich Sie auch für die kommenden Wochen um Ihre

Unterstützung, Ihr Verständnis und Ihre Geduld bei allen Maßnahmen, die

dem Schutz vor dem Corona-Virus dienen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Michael Piazolo

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